Trauerrednerin Kim El-Khalafawi
für Sie in den Landkreisen Stade und Rotenburg/Wümme

Ablauf einer persönlichen Trauerfeier mit mir als Trauerrednerin

Eine Trauerfeier beginnt für mich nicht erst in der Kapelle.
Sie beginnt mit dem ersten Telefonat, mit dem Kennenlernen der Angehörigen und vor allem mit dem Kennenlernen des Menschen, von dem wir Abschied nehmen.
Denn eine persönliche Trauerrede kann nur entstehen, wenn ich diesen Menschen wirklich ein Stück weit kennenlerne.


Der erste Kontakt

Im Normalfall ruft mich zunächst der Bestatter an und fragt, ob ich an einem bestimmten Termin Zeit für die Trauerfeier habe.
Wenn der Termin passt, bekomme ich die Sterbebenachrichtigung mit den notwendigen Daten und den Kontaktdaten der Angehörigen zugeschickt.
Und dann rufe ich die Familie normalerweise noch am selben Tag an.
Mir ist wichtig, nicht unnötig Zeit verstreichen zu lassen. In einer Situation, in der ohnehin gerade so viel passiert, möchte ich den Angehörigen möglichst schnell einen festen Termin für unser Gespräch geben können.
Wir verabreden uns dann zu einem persönlichen Trauergespräch – mit den engsten Angehörigen und gerne auch mit weiteren Menschen, die dem Verstorbenen besonders nahestanden.


Das Trauergespräch – Zeit für Erinnerungen

Für dieses Gespräch nehme ich mir viel Zeit.
Und ich frage nicht einfach einen Lebenslauf ab.
Natürlich möchte ich wissen, wann jemand geboren wurde, wo er gelebt und gearbeitet hat und welche Stationen sein Leben geprägt haben. Aber viel wichtiger sind für mich die Geschichten dahinter.
Wie war dieser Mensch?
Was war typisch für ihn?
Was hat er geliebt?
Was konnte er überhaupt nicht leiden?
Worüber konnte man mit ihm lachen?
Welche kleinen Eigenheiten werden der Familie vielleicht besonders fehlen?
Mich interessieren die Lebenssituationen, die Beziehungen und die vielen kleinen Dinge, aus denen sich am Ende das Bild eines Menschen zusammensetzt.
Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Geschichten, die mir später beim Schreiben wieder in den Kopf kommen – und die viel mehr über einen Menschen erzählen als eine Aufzählung von Lebensdaten dies könnte.


Auch Freunde und andere Wegbegleiter sind wichtig

Nicht jeder Mensch, der eine wichtige Geschichte zu erzählen hat, kann bei unserem Trauergespräch dabei sein. Deshalb bleibt die Möglichkeit, mich auch später noch anzurufen oder mir eine E-Mail zu schreiben.
Vielleicht fällt einer Freundin am Abend noch eine Geschichte ein. Vielleicht möchte ein Freund gerne selbst erzählen, was ihn mit dem Verstorbenen verbunden hat.
Solche Erinnerungen sind für mich wertvoll.
Wichtige Menschen und Wegbegleiter erwähne ich gerne namentlich in der Trauerrede und erzähle auch ein wenig von der Verbindung, die sie zu dem Verstorbenen hatten.
So entsteht kein Bild, das nur aus der Perspektive der engsten Familie besteht, sondern ein viel vollständigeres Bild dieses Menschen.


Und auch die Kinder gehören dazu

Wenn kleine Kinder oder Enkelkinder zur Familie gehören, sprechen wir auch darüber, was ihnen über den Tod erzählt wurde.
Vielleicht wurde einem Kind gesagt, dass Oma oder Opa nun im Himmel ist. Vielleicht gibt es ein ganz anderes Bild oder ganz eigene Worte, die die Eltern für ihr Kind gefunden haben.
Das möchte ich wissen.
Denn wenn ich später die Kinder anspreche, möchte ich nicht einfach über ihre Köpfe hinwegreden. Ich möchte dort anknüpfen, wo die Familie sie bereits abgeholt hat.
Auch das gehört für mich zu einer Trauerfeier, bei der möglichst jeder seinen Platz finden darf.

 
Nach dem Trauergespräch

Wenn ich nach dem Trauergespräch nach Hause fahre, nehme ich unglaublich viele Eindrücke mit.
Ich habe dann nicht nur Daten und Lebensstationen im Kopf, sondern ganz viele Bilder.
Ich habe diesen Menschen ein Stück weit kennengelernt: seine Eigenheiten, seine Art zu lachen, Dinge, die ihm wichtig waren, Geschichten, bei denen die Angehörigen vielleicht selbst lachen mussten.
Und dann beginnt bei mir eigentlich schon die Arbeit.
Ich stimme mich weiter auf diesen Menschen und seine Familie ein und lasse die vielen Eindrücke erst einmal auf mich wirken.
Oft kommen dabei schon die ersten Ideen für die Rede.


Der Anfang muss sich richtig anfühlen

Besonders lange suche ich manchmal nach dem richtigen Beginn der Rede.
Das kann ein Zitat sein, ein Gedicht, etwas von einem Lieblingsdichter oder einer Lieblingsband. Manchmal ist es auch etwas völlig Unbekanntes, das ich zufällig finde und bei dem ich plötzlich denke:
Ja. Genau das ist dieser Mensch.
Bis ich diesen Anfang gefunden habe, kann es schon einmal ein paar Tage dauern.
Ich brüte darüber, schreibe, verwerfe es wieder und fange neu an.
Aber irgendwann passt es.
Und dann fließt es.


Wenn die Rede zu fließen beginnt

Ich schreibe und merke plötzlich, dass ich lächle, weil ich an einen Angehörigen aus dem Trauergespräch und seine Art zu erzählen denke.
Oder ich muss über eine Eigenart dieses Menschen schmunzeln.
Genau dann weiß ich: Jetzt bin ich wirklich bei diesem Menschen angekommen.
Dann entsteht die Rede fast wie von selbst – auch wenn natürlich noch sehr viele Stunden Arbeit darin stecken.
Für eine Trauerrede investiere ich ungefähr 20 bis 30 Stunden.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Informationen unterzubringen. Ich möchte, dass am Ende genau dieser Mensch sichtbar wird.
Ein Mensch mit seinen Eigenheiten, seinen Beziehungen, seinen schönen und vielleicht auch schwierigen Seiten.
Und ich möchte, dass die Menschen, die ihm nahestanden, beim Zuhören irgendwann denken:
Ja. Genau so war er.


Jede Rede ist handgeschrieben

Ich schreibe meine Trauerreden selbst und individuell für die jeweilige Familie.
Ich benutze dafür keine KI.
Nicht, weil ich grundsätzlich etwas gegen KI habe. Ich habe vielmehr festgestellt, dass es für mich schneller und vor allem stimmiger ist, die Worte selbst zu finden.
Denn die persönlichen Geschichten, die kleinen Zwischentöne und Wörter, die einer Familie eigen sind, sollen sich auch in der Rede widerspiegeln.
Die Rede soll ausschließlich zu diesem einen Menschen gehören.


Bis zur Trauerfeier bleibe ich erreichbar

Auch nach unserem Trauergespräch bin ich für die Angehörigen erreichbar.
Wenn noch jemand etwas erzählen möchte, wenn eine wichtige Erinnerung wieder auftaucht oder wenn Ihnen plötzlich einfällt: „Das müssen Sie unbedingt noch wissen“, können Sie mich jederzeit kontaktieren.
Manchmal kommen solche Dinge erst mit etwas Abstand.
Und manchmal erzählt mir jemand erst im Nachhinein eine Geschichte, die für die Rede genau an die richtige Stelle passt.
Auch die Musik sprechen wir zum Schluss noch einmal gemeinsam durch.
Wenn der Bestatter für die Musik sorgt, stelle ich die ausgewählten Originaltitel in der richtigen Reihenfolge zusammen und gebe sie an ihn weiter.
So wissen alle Beteiligten, welches Lied wann erklingen soll.


Der Tag der Trauerfeier

Am Tag der Trauerfeier rufe ich die Familie vorher noch einmal kurz an.
Nicht, weil es noch etwas Organisatorisches zu klären gäbe.
Sondern einfach, um zu sagen:
"Wir schaffen das. Ich bin da. Und ich freue mich, Sie gleich zu sehen."
Ich bin rechtzeitig an der Kapelle und nehme die Familie dort in Empfang.
Den zeitlichen Ablauf sprechen wir noch einmal gemeinsam ab.
Manchmal braucht eine Familie vor Beginn noch einen Moment ganz für sich.
Gerade wenn kleine Kinder dabei sind, kann es schön sein, wenn die Familie noch einmal allein an die Urne oder den Sarg in der Kapelle gehen kann, bevor die anderen Trauergäste eintreffen.
Das sind kleine Dinge, die man nicht planen kann wie einen festen Ablauf.
Deshalb bespreche ich solche Situationen immer individuell mit der Familie.


Die Trauerfeier

Und dann ist der Moment da.
Während der Trauerfeier habe ich nicht nur meine Rede im Blick.
Ich choreografiere den gesamten Ablauf und bleibe dabei in engem Kontakt mit dem Bestatter.
Wann beginnt die Musik?
Wann endet sie?
Wann wird welches Lied eingespielt?
Wann ist es Zeit für den nächsten Teil der Feier?
All das muss ineinandergreifen.
Gerade weil die Angehörigen in diesem Moment nicht darauf achten sollten, was als Nächstes passiert, übernehme ich diese Aufgabe.
Sie sollen sich auf ihren Abschied konzentrieren können.


Auch das Ende braucht Worte

Was manchmal unterschätzt wird: Eine Trauerfeier endet nicht automatisch, nur weil die letzten Worte der Rede gesprochen sind.
Die Menschen müssen wissen, dass die Feier nun zu Ende ist und was anschließend geschieht.
Auch diesen Übergang gestalte ich.
Denn eine Trauerfeier braucht einen Anfang, einen Raum für den Abschied – und einen klaren Abschluss.


Die Verabschiedung am Grab

Je nachdem, wie die Bestattung organisiert ist, findet die Beisetzung direkt im Anschluss an die Trauerfeier statt oder zu einem späteren Zeitpunkt.
Manchmal liegt der Friedhof direkt neben der Kapelle. Manchmal müssen wir noch eine längere Strecke fahren.
Auch das spielt für die Gestaltung der Worte am Grab eine Rolle.
Wenn wir nur wenige Schritte von der Kapelle entfernt sind, braucht es dort vielleicht nur noch einen kurzen letzten Gedanken.
Wenn zwischen Trauerfeier und Beisetzung eine längere Fahrt liegt, kann die Situation eine andere sein.
Ich schaue deshalb auch hier darauf, was zu diesem Menschen und zu dieser Familie passt.


Und danach kommt der Nachklang

Mit dem Ende der Trauerfeier endet meine Aufgabe.
Aber für mich persönlich ist damit nicht sofort alles abgeschlossen.
Während der Vorbereitung habe ich mich sehr intensiv mit einem Menschen beschäftigt, den ich vielleicht vorher gar nicht kannte.
Ich habe seine Geschichte gehört, aus unterschiedlichsten Blickwinkeln auf sein Leben und seine Beziehungen geblickt, seine Familie und Freunde kennengelernt, über seine Eigenheiten gesprochen und viele persönliche Erinnerungen mitgenommen.

Ein anschließendes Gespräch, eine E-Mail, ein Anruf oder eine persönliche Rückmeldung der Angehörigen hilft mir dabei, mich langsam wieder aus dieser intensiven Verbindung zu lösen.
Deshalb bedeutet mir ein persönliches Feedback sehr viel.
Wenn Sie mir nach der Trauerfeier erzählen möchten, wie Sie die Rede und die Feier erlebt haben, freue ich mich darüber sehr.
Ich nenne das den "Nachklang". Er ist für mich ein wichtiger Teil meines Abschieds.

 
 
 
 
E-Mail
Anruf